Hunderassen Berger de Brie

Berger de Brie

Geschichte:
Ebenso wie der Beauceron trägt der Berger de Brie nicht den Namen seiner geographischen Heimat. Auch wenn er aus Frankreich stammt, ist eine präzise Bestimmung seiner Herkunft kaum noch möglich. Auch ohne seine ursprüngliche Herkunft zu kennen, ist der Briard bei Hundefreunden in Frankreich und in anderen Ländern sehr beliebt. Etwa 5 % aller in Frankreich gezüchteten Briards werden in andere Länder Europas, nach Amerika, Korea, Argentinien und Südafrika exportiert.

Als erster beschrieb der Abt Rozier im Jahr 1809 den Berger de Brie bzw. seine Vorfahren. Unter anderem schrieb er, der Hund habe kurze Ohren, langes, rauhhaariges Fell und seine Farbe sei in der Regel schwarz. Auf der Pariser Hundeausstellung im Jahr 1863 belegte dann die dort vorgestellte Hündin "Charmante" unter den verschiedensten Schäferhunden den ersten Platz. Der Fotograph Léon Crémière fotografierte das Tier und erbrachte so den unwiderlegbaren Beweis dafür, wie ähnlich sich "Charmante" und unser heutiger Berger de Brie bereits sahen.

Im Jahr 1888 veröffentlichte Pierre Mégnin, ein Militärveterinär, einen Artikel, in dem er verschiedene Schäferhundtypen differenzierte. Er führte eine Unterscheidung nach der Fellänge ein und schlug vor, den Hund mit kurzem Fell Beauceron zu nennen und den mit langem Fell Berger de Brie. Außer der Fellänge, waren sich beide Hundearten sehr ähnlich. Einige Züchter allerdings, sprachen sich gegen eine züchterische Trennung von Beauceron und Briard, da eine solche nur auf das Äußere des Hunde ziele und für die Qualitäten als "Schäfer" keine Rolle spiele. Dennoch wurden die beiden Rassen offiziell anerkannt, und 1897 erschien der erste Rassestandard des Berger de Brie, der unter anderem vorschrieb, daß bei Hunden mit hängenden Ohren diese kupiert und geformt werden sollten. In diesem Rassestandard erkannte man außerdem zwei Fellarten an: wolliges Fell und trockenes "Ziegenhaar". Heutzutage wird nur die letzte Variante anerkannt, da sich wolliges Fell als problematisch erwies - es neigt stärker zu Verfilzungen. Seit Einführung des Kupierverbotes gibt es jedoch glücklicherweise wieder Briards mit Hängeohren.

Wesen, Haltung:
Trotz seiner athletischen Erscheinung ist der Berger de Brie ein sehr sensibler Hund, der sich am liebsten in seiner vertrauten Umgebung aufhält. Er braucht ständigen Kontakt zu seinen Menschen und muß am täglichen Leben seines Herrchens teilhaben dürfen. Seiner Familie ist dieser Hund gänzlich ergeben und wird für sie schnell zum zuverlässigen Begleiter in jeder Lebenslage. Da er sich gerne nützlich macht, sollte man ihm auch spezielle Aufgaben anvertrauen. Er lernt schnell, den Einkaufskorb zu tragen oder die Zeitung zu bringen. Die Zuneigung, die er seinen Leuten entgegenbringt, ist grenzenlos.

Auch wenn der Berger de Brie wie ein großes Kuscheltier aussieht, möchte er jedoch respektvoll behandelt und als ein vollwertiges Familienmitglied angesehen werden. Er besitzt ein instinktives Verständnis für alles und scheint schon im voraus zu ahnen, was man von ihm erwartet. Der gutmütige Briard ist ein idealer Kinderhund - wie übrigens fast alle großen Hunderassen. Er wacht eifersüchtig über die Kleinsten und spielt stundenlang mit den größeren Kindern. Er ist ein unermüdlicher Begleiter auf langen Wanderungen in den Bergen oder am Meer.

Seine genetische Veranlagung macht den Berger de Brie zu einem überzeugenden Wachhund. Ursprünglich als Hütehund eingesetzt, verteidigt er heute statt der Schafe, seine ganze Familie. Sein Wachinstinkt zeigt er noch deutlicher, wenn sich sein Herrchen oder Frauchen in Gefahr befindet. Dabei liegt ihm jede Aggressivität fern. Seine Erziehung muß sanft und ohne jegliche Brutalität erfolgen, damit er sich nicht zu einem ängstlichen oder rachsüchtigen Tier entwickelt.

Der Berger de Brie braucht etwas mehr Platz im Haus. Wenn Ihr Hund wenig Beschäftigung hat, dann wird er in einer Wohnung unglücklich werden. Er ist nach wie vor ein Gebrauchshund und braucht täglich seine Beschäftigung. Wenn er seine eigene Hütte im Garten hat, dann ist er vollkommen glücklich. Aber auch ein geräumiges Plätzchen in der Küche gefällt ihm sehr. Er muß nur stets ein Auge auf seine Menschenherde haben und sich frei fühlen können. An der Leine geht der Berger de Brie gern, wenn entsprechend erzogen wird. Daher ist eine konsequente und liebevolle Erziehung sehr wichtig. Außerdem verträgt der Berger die Einsamkeit sehr schlecht.

Ernährung, Pflege:
Der Briard ist kein Feinschmecker, aber er frißt gerne und viel. Jeden Tag verschlingt er etwa 1 kg Futter. Ein 30 kg schwerer Hund braucht daher täglich 450 g Fleisch (bevorzugt vom Rind), 200 g Reis, gemischtes Getreide und 200 g Gemüse. Wenn er sich noch im Wachstum befindet, dann kann man ihm auch ab und zu Joghurt zu fressen geben. Schließlich ist Kalzium für seinen Knochenbau sehr wichtig.

Das Haar des Briards sollte rauh und trocken sein und zwischen den Fingern knistern. Das Fell ist relativ pflegeleicht und wenn Sie den Hund einmal pro Woche kämmen, reicht das vollkommen aus. Das Fell ist von einem natürlichen Fettfilm geschützt. Deshalb darf man den Berger de Brie niemals baden. Aber gegen ein Bad im See hat der Hund nichts einzuwenden. Nach dem Baden sollte man ihn aber immer mit einem Wasserschlauch abspritzen, damit er wieder schön aussieht.

Widerristhöhe:Bei Rüden 62 bis 68 cm, bei Hündinnen 56 bis 64 cm.

Gewicht: Etwa 36 bis 49 kg für beide Geschlechter.

Farbe:
Erlaubte Farben sind Fauve (weizenfarbig), am häufigsten ist aber Schwarz (Noir). Die Farbe Grau (Gris) ist sehr selten und wird in Deutschland nicht gezüchtet. Alle anderen Farben sind Fehlfarben und nicht zulässig.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 bis 14 Jahre.

Andere Namen: Braird

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