Hunderassen Zwergschnauzer

Zwergschnauzer

Geschichte:
Schnauzer und Pinscher haben die gleichen Ursprünge. Archäologen entdeckten in der Schweiz und in Tirol Skelettreste von Hunden, deren Nachkommen später in ganz Europa Verbreitung fanden. Eine besonders interessante Varietät, der sog. "Stallpinscher", lebte auf Bauernhöfen in Bayern und Baden-Württemberg: Er war am ganzen Körper dicht behaart und anscheinend ein richtig handfester Bursche. Leider kann man heute unmöglich sagen, wann dieser Teufelskerl erstmals auftauchte. Seine Aufgabe bestand vorwiegend darin, Postkutschen auf ihrem Weg durch die endlosen Wälder Europas zu begleiten und zu bewachen. Der kleine Pinscher legte auf diese Weise endlose Strecken zurück, immer treu neben dem Pferdegespann hertrabend.

Die kräftigen, schnell zupackenden Zähne des Stallpinschers und sein kämpferisches Naturell hielten Banditen äußerst wirksam von Überfällen ab. Um diesen Hund außer Gefecht zu setzen, hätte man ihn schon erschießen müssen. Sein ausgeprägtes Pflichtgefühl und seine Zuverlässigkeit sprachen sich herum, und so kam es, daß der hart arbeitende Hofhund sogar auf großen Gemälden verewigt wurde! Dürer, der Meister der Renaissance-Malerei, aber auch Cranach, Rembrandt und Vernet machten ihn durch ihre Werke unsterblich. Der Stallpinscher wurde übrigens auch erfolgreich als Rattenfänger eingesetzt, was ihm auch den Namen "Rattler" einbrachte.

Ursprünglich wurden Pinscher und Schnauzer nicht als getrennte Rassen angesehen, sondern als kurzhaarige und rauhhaarige Pinscher geführt. Ende des 19. Jahrhunderts tauchte dann erstmals der Begriff "Schnauzer" auf, der alle rauhhaarigen Pinscher zusammenfaßte. Offiziell wurde diese Bezeichnung jedoch erst 1917, da sich viele Züchter lange gegen die neue, nicht besonders fein klingende Bezeichnung gewehrt hatten. 1907 wurde der Bayrische Schnauzer-Klub in München gegründet, der sich um die Züchtung der sog. "Münchener Bierschnauzer" (später in Riesenschnauzer umgenannt) bemühte. Damals existierte bereits seit ungefähr zwanzig Jahren ein Hund, der die exakte Mini-Ausführung des Riesen- und Mittelschnauzers war. Entstanden war er durch gezielte Zucht mit besonders kleinwüchsigen Schnauzern und eine besonders ausgewählte Ernährung. Jeco Fulda Lilliput war der erste offiziell eingetragene Zwergschnauzer. Allein zwischen 1910 und 1925 wurden 1505 Welpen registriert (im Vergleich dazu: 567 Riesen- und 7037 Mittelschnauzer).

In den 30er Jahren erlebte der Riesenschnauzer seinen Boom, nach dem Zweiten Weltkrieg aber übernahm der Zwerg die Führung, wobei er sogar den überaus beliebten Mittelschnauzer auf der Strecke ließ. Seit 1950 arbeiten Züchter gezielt an der Verbesserung der Rasse. Ihr Ziel, dem kleinen Schnauzer sämtliche Qualitäten einer Zwergenrasse, aber nicht deren Mängel mitzugeben, haben sie längst erreicht! Vor allem in den USA liegt der Zwergschnauzer in der Spitzengruppe der beliebtesten Hunde, direkt hinter dem Boxer und unmittelbar vor dem Siberian Husky.

Wesen, Haltung:
Klein, aber oho! Trotz seiner geringen Größe hat der "Zwerg" eine Riesenpersönlichkeit! Er ist sehr energisch und weiß ganz genau, was er will, hat aber auch eine Menge Humor und Lebensfreude. Erstaunlicherweise wird der draufgängerische Hitzkopf nicht einmal im Alter ruhiger.

Woher nimmt der "Zwerg" bloß seine unerschöpfliche Energie? Ganz sicher aus der Vergangenheit, denn es gehörte zu seinen Pflichten, weite Strecken neben einem Pferdegespann zurückzulegen und dabei immer wachsam zu bleiben. Mittlerweile hat man ihn zum Haus- und Begleithund gemacht, und aus Liebe zu seinem Herrchen oder Frauchen fügt er sich willig in seine neue Rolle und macht gut Miene dazu. Ein Rentnerdasein kann man trotzdem nicht von ihm erwarten; zu sehr liebt er Spaß und Spiel an frischer Luft und regelmäßige, lange Fußmärsche durch die Natur.

Sobald der Zwergschnauzer bei Ihnen wohnt, haben Sie einen zuverlässigen Wachhund im Haus. Kaum hört er jemanden näherkommen, macht er Meldung - und wie! Wo andere Hunde einmal Laut geben und danach vielleicht ein wenig knurren, da läßt der kleine Schnauzer einen wahren Schwall von Gebell hören, der sich durchaus noch steigern kann, wenn die vermeintliche Gefahr näherkommt. Zugegeben: Seine große Klappe ist oft etwas zu viel des Guten! Beugen Sie deshalb vor. Sobald der Welpe die ersten Laute von sich gibt, bringen Sie ihm bei, nur dann zu bellen, wenn es nötig ist. Obwohl durchaus ein Dickkopf in ihm steckt, tut er normalerweise, was man ihm sagt.

Wie seine größeren Brüder, so wist auch der Zwergschnauzer ziemlich lernfähig. Aber bis zum Alter von zwei Jahren ist vor allem der Rüde sehr frech und grob. Er öffnet sich mit einem Satz an die Klinke selbst die Tür, und der Gesichtsausdruck, mit dem er sich ein Stück Kuchen erbettelt, ist einfach unübertroffen. Dem sollten Sie jedoch nicht allzu oft nachgeben, sonst wird er verwöhnt. Loben Sie ihn für gute Leistungen, aber bleiben Sie grundsätzlich konsequent, sonst tanzt er Ihnen über kurz oder lang auf der Nase herum.

Für lebhafte Kinder ist der Zwergschnauzer der ideale Spielgefährte - mit ihm haben sie einen Riesenspaß! Er kann sogar Fußballspielen. Wenn Ihr Kind noch sehr klein ist, kann es allerdings durchaus passieren, daß er es im Eifer des Gefechts umrennt. Nicht schlimm, denn es fällt ja nicht aus großer Höhe; es erschreckt sich vielleicht kurz, muß dann aber bestimmt gleich wieder lachen!

Schon erstaunlich, daß die kleinste der drei Schnauzerrassen den meisten Platz beansprucht! Er hat ein überschämendes Temperament, das nur schwer zu zügeln ist. Man liest zwar hier und da, dieser Hund könne sogar in einer kleinen Wohnung gehalten werden; aber nehmen Sie das lieber nicht allzu wörtlich. Natürlich kann er es in "Zwei-Zimmer-Küche-Bad" aushalten, wenn er nicht allzu oft zu Hause sein muß! Aber Auslauf und Bewegung im Freien sind das A und O für ihn, so daß ein Haus mit Garten oder zumindest mit einem Innenhof sein ideales Heim wäre. Je mehr Platz er hat, desto wohler fühlt er sich. Wenn Sie ihn früh daran gewöhnen, schläft er auch gern in einer Hundehütte.

Ernährung, Pflege:
Ihr Zwerghund hat einen gesunden Appetit: Kaum steht das Futter vor seiner Nase, fängt er auch schon an zu fressen. Wenn Sie seine Mahlzeiten selbst zubereiten, rechnen Sie täglich pro Kilogramm Körpergewicht 15 g Fleisch, 7,5 g Gemüse und 7,5 g Reis. Ein 5 kg schwerer Hund braucht demnach nur 75 g Fleisch... wahrlich ein sparsamer Kostgänger! Noch preiswerter ist Fertignahrung, wobei Sie hier auf jeden Fall Trockenfutter wählen sollten - sonst bleibt stets die Häflte in seinem Bart hängen!

Das Rauhhaar dieses Zwerghundes erfordert regelmäßige Pflege. Um abgestorbene Haare zu entfernen, greifen Sie am besten zu einer relativ festen Bürste. Feuchten Sie das Fell vorher an, das erleichtert die ganze Prozedur. Außerdem muß der Hund getrimmt muß der Hund getrimmt werden, wobei die Brauen stehen bleiben. Der üppige Bart sollte jedoch regelmäßig geschnitten werden, um die viereckige Gesichtsform zu erhalten. Die Rute muß in ihrer typischen zylindrischen Form gehalten werden. Angestrebt wird für diesen Hund eine quadratische, aber natürlich wirkende Hundegestalt.

Widerristhöhe: 30 bis 35 cm für beide Geschlechter.

Gewicht: 4 bis 7 kg für beide Geschlechter.

Farbe: Schwarz, pfeffer-salz, schwarz-silber, weiß.

Durchschnittliche Lebenserwartung: Zwischen 14 und 15 Jahren

Andere Namen: Miniature-Schnauzer

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