Hunderassen Boxer

Boxer

Geschichte:
Schon im Mittelalter und in der Antike wurden Molosser und ihre Nachfahren im Krieg als Kampfhunde eingesetzt. Als jedoch moderne Techniken den Hund im Krieg verdrängten, kamen neue Aufgaben auf diese Hunde zu. Sie wurden gerne als furchteinflössende Wächter großer Anwesen eingesetzt. Verschiedene Schläge dieser Hunde verbreiteten sich über ganz Europa. In Deutschland konnte sich der Bullenbeißer durchsetzen, ein Vorfahr des heutigen Boxers.

Im Jahr 1877 priesen zwei Züchter die Fähigkeiten des Bullenbeißers wie folgt: "Er ist ein imposanter, starker Hund und der intelligenteste unter den Doggen." 1890 kreuzte der Münchner Doktor Toennissen den Englischen Bulldoggen-Rüden Tom mit einer weißen Bullenbeißer-Hündin. Das Ergebnis war unter anderem Flocki, der als erster mit dem Rassennamen Boxer aufgeführt wurde.

Im Jahr 1896 gründeten Liebhaber den Deutschen Boxerclub. Es wurden etwa 20 Tiere aufgenommen. Leider wiesen sie noch keine homogenen Rassemerkmale auf. 1904 stellten die Mitglieder des Clubs dann einen ersten Rassestandard auf.

Der Bestand des Boxers ging stark zurück, als er im 1. Weltkrieg eingesetzt wurde. Erst während der Besatzungszeit nach dem 2. Weltkrieg kauften Alliierte, besonders Amerikaner, Zuchttiere und führten den Boxer in den Vereinigten Staaten ein. Von da an begann sein Siegeszug über die ganze Welt.

Heute ist der Boxer sehr weit verbreitet. Er ist ein guter Spielkamerad für Kinder. Doch sie müssen von Anfang an lernen, das Temperament des Hundes unter Kontrolle zu halten. Erst wenn der Hund die Autorität der Kinder begriffen hat, können sie mit ihm spielen und herumtoben. Der Boxer wird sein Menschenrudel immer und überall bewachen. Schließlich fließt immer noch das Blut seiner kampferprobten Vorfahren in seinen Adern.

Wesen, Haltung:
Mit diesem wunderbaren Hund, ist jede Minute ein Genuß. Bereits im Alter von einigen Monaten sollten Sie mit seiner Erziehung beginnen. Er ist sehr gelehrig und intelligent und wird sofort gehorchen, wenn er einmal verstanden hat, was man von ihm erwartet. Zwischendurch muß man ihn immer wieder einmal zur Ordnung rufen, aber wenn Sie sein ungestümes Temperament erzieherisch in Bahnen lenken, wird er Ihnen ein guter Kamerad sein.

Im täglichen Leben ist der Boxer ein liebenswerter Hund, aber in einer brenzligen Situation wird er zu einem gefürchteten Wachhund. Durch seine Adern fließt immer noch das Blut seines kampferprobten Vorfahrens, dem Bullenbeißer. Eine Züchterin berichtet, daß ein in Kenia lebender Boxer sein Heim und Herrchen bis zum Tod gegen die mit Messern angreifenden Feinde verteidigte. Auch wenn eine derartige Situation zwar selten eintritt, so ist es dennoch beruhigend zu wissen, daß ein Boxer im Notfall ein mutiger und guter Beschützer ist.

Manche Boxerbesitzer lassen ihr Tier die Schutzhundprüfung ablegen. Mit dieser Ausbildung wird er nicht zu einem gefährlichen Tier, sondern er lernt, sein Temperament zu beherrschen, Befehle genau zu befolgen und sichere Reflexe zu erwerben. All das hindert ihn aber keinesfalls daran, harmonisch mit der Familie zusammenzuleben.

In Deutschland wird der Boxer in gleicher Weise wie der Dobermann oder der Rottweiler als Polizeihund eingesetzt, denn er besitzt einen ausgezeichneten Geruchssinn und kann blitzschnell reagieren.

Im Umgang mit Artgenossen ist Vorsicht geboten, denn der dominante Boxer reagiert oft aggressiv beim Zusammentreffen mit anderen Hunden. Vergessen Sie nicht, daß er zu den Doggen gehört und die Molosser zu seinen Vorfahren zählen.

Der Boxer ist der beste Spielkamerad für Ihre Kinder. Die Kleinen müssen jedoch von Anfang an lernen, sein Temperament unter Kontrolle zu halten. Hat er Respekt vor ihnen und erkennt er ihre Autorität an, können sie mit ihm schwimmen gehen, Fußball spielen, Bälle werfen ... Aber aufgepaßt! Dieser Muskelprotz verängstigt andere Kinder, die nicht an Hunde gewöhnt sind.

Der Boxer möchte am liebsten im Haus mit ständigem Gartenzugang leben. Aber auch in der Wohnung wird er sich wohlfühlen, wenn er viel Auslauf bekommt. Von Anfang an sollte er wissen, in welche Räume er rein darf und in welche nicht. Wenn er gut erzogen wird, dann wird er sich auch bestimmt daran halten. Man sollte mit zerbrechlichen Sachen vorsichtig sein, denn es kann sein, daß sein Temperament mal mit ihm durchgeht.

Ernährung, Pflege:
Der Boxer ist ein richtiger Vielfraß. Er verschlingt alles, was er zu fassen bekommt. Natürlich sollte er aber nur Hundefutter in angemessener Menge bekommen. Täglich braucht ein Tier von seiner Größe 450 g Fleisch, 335 g Gemüse und 225 g Reis und zusätzliche Vitamine. Auch Fertignahrung kann man ihm geben.

Das Fell eines Boxers braucht nur wenig Pflege. Es reicht, ihn ein- bis zweimal pro Woche zu bürsten um die toten Haare zu entfernen und seine Haut zu massieren. Deshalb sollte m an ihn auch nicht zu oft baden. Er braucht das nicht.

Widerristhöhe: Rüden zwischen 57 und 63 cm, Hündinnen zwischen 53 und 59 cm.

Gewicht: Rüden zwischen 30 und 32 kg, Hündinnen zwischen 24 und 25 kg.

Farbe:
Die Grundfarbe entspricht der gelben Varietät. Zudem hat er dunkle oder schwarze Querstreifen in der Richtung der Rippen. Diese Streifen müssen sich deutlich von einander und von der Grundfarbe anheben. Weiße Abzeichen sind nicht zu verwerfen, doch mehr als ein Drittel weiße Grundfarbe wird nicht zugelassen. Unschöne weiße Abzeichen, wie ganz oder halbseitig weißer Kopf, ebenso wenig wie ganz schwarze oder sonst andersfarbige Boxer werden nicht zur Ausstellung zugelassen.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 10 Jahre

zurück zur Übersicht