Hunderassen Dobermann

Dobermann

Geschichte:
Im 19. Jahrhundert lebte ein Friedrich Louis Dobermann, der Angestellter der Kommune Apolda war. Er war Abdeckereiverwalter, Steuereintreiber und Hundefänger. Daher war er bei seinen Mitbürgern nicht gerade beliebt. Und da er häufig alleine zu Pferd in ganz Thüringen unterwegs war, zielte er auf einen Hund, der ihn notfalls verteidigen konnte. Nach Kreuzungen verschiedener Rassen, erhielt er den Dobermann, der seinen hohen Anforderungen entsprach. Dieser Hund verbreitete sich schnell, zunächst in Thüringen, dann in Deutschland, in Europa und schließlich in Amerika.

Das Ergebnis von Louis Dobermann wurde später fortgesetzt und durch eine seriöse Zuchtauswahl entstand der Hund, den wir heute kennen. Von den Zuchtnachfolgern Dobermanns müssen in erster Linie Goswin Tischler und Otto Göller genant werden, die den ursprünglichen Hund zu dem ausgezeichneten Athleten von heute veredelten.

Bei Feldzügen wurde der Dobermann mehrmals eingesetzt. Rund 6000 Dobermänner begleiteten die Soldaten im Ersten Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg waren die Hunde Verbündete der Amerikaner. Im Pazifikkrieg wurden die Marines von der berühmten Brigade der "Devil Dogs" unterstützt. Sechs Dobermänner, darunter die legendären Hunde Andy, Otto und Rex, vereitelten mit ihrem enormen Einsatz die Strategien der japanischen Kriegsführung im dichten Dschungel.

Später machten sich Wissenschaftler an die Aufgabe, nach dem Vorfahren des Dobermanns zu forschen: Gewiß ist nur der Pinscher, der im 19. Jahrhundert in Deutschland weit verbreitet war. Der Greyhound, Terrier, Rottweiler, Berge de Beauce sind wohl noch Vorfahren des Dobermanns.

In den Zwanziger Jahren rühmte Gottfried Liechti den tollkühnen Charakter und die schnelle Entschlußkraft des Dobermanns. Er war stolz auf dieses wenig umgängliche und derbe Tier und beschrieb ihn als "ungemein kühn und von einer unglaublichen Intelligenz". Er wurde zum Mythos und ebenso geliebt wie auch gefürchtet.

Wesen, Haltung:
Die Anhänger des Dobermanns setzten stark auf bestimmte Charaktereigenschaften und stellten besonders seinen Siegeswillen in den Vordergrund. Heutzutage entspricht dieses Bild nur noch teilweise der Realität. Der wertvolle Mitarbeiter von Polizei oder Grenzbehörde ist keine gefährliche Bestie, jedoch muß er mit fester Hand geführt werden. Bei einer konsequenten, aber liebevollen Erziehung (möglichst von einem professionellen Hundetrainer) offenbaren sich seine zahlreichen Qualitäten.

Der Dobermann legt sich mal ganz gerne hin und entspannt, aber eigentlich möchte er sich nützlich machen und liebt es, seinem Herrn die Zeitung oder die Hausschuhe zu bringen. Und mit einer Streicheleinheit als Dank ist sein Glück perfekt. Seinen vertrauten Menschen gegenüber ist der Dobermann sehr anhänglich, doch jedem Fremden mißtraut er zunächst einmal. Neue Besucher sollten ihm auf jeden Fall vorgestellt werden. Er muß sich den Befehlen seines Herrn unterordnen.

Seine sportliche Erscheinung, seine Laufkraft und seine elegante Gangart sprechen gegen eine Haltung in einer Wohnung. Ein Haus mit Garten ist zwingend erforderlich. Nach einer guten Erziehung wird er die Blumenbeete nicht umgraben und keine Löcher in den Rasen buddeln. Er nimmt seine Aufgabe als Wachhund sehr ernst und beobachtet stundenlang die Straße. Dabei sollte man aufpassen, daß er seinen Kopf nicht durch den Zaun stecken kann, denn er könnte zuschnappen, wenn Fremde ihre Finger durch den Zaun stecken. Wenn der Dobermann gerade an einem Knochen nagt, sollten ihn keine Kinder versuchen zu stören. Sie sollten respektieren, daß der Dobermann auch mal für sich alleine sein möchte.

Ernährung, Pflege:
Man könnte fast sagen, der Dobermann ist gefräßig. Täglich braucht er 600 g Fleisch und jeweils 300 g Reis und Gemüse. Dementsprechend groß sollte auch sein Napf sein. Ein besonders sportlicher Hund braucht noch zusätzliche Proteine. Sollte das Fleisch zu teuer sein, akzeptiert der Dobermann auch Fertignahrung. Das stört den Dobermann nicht.

Sein kurzes, hartes, eng an der Haut anliegendes, glattes Fell braucht wenig Pflege. Seine Ohren dagegen sollten regelmäßig gereinigt werden. Um Zahnstein zu vermeiden werden auch seine Zähne regelmäßig geputzt.

Widerristhöhe: Bei Rüden zwischen 68 und 72 cm, bei Hündinnen 63 bis 68 kg.

Gewicht: Bei Rüden zwischen 40 und 45 kg, bei Hündinnen 32 und 35 kg.

Farbe:
Schwarz, dunkelbraun oder blau mit rostrotem, scharf abgegrenztem Brand. Weise Abzeichen sind nicht gestattet.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre

Andere Namen: Dobermann Pinscher, Gendarmenhund

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