Hunderassen English Setter

English Setter

Geschichte:
Sämtliche Setter stammen in direkter Linie von den Vogelhunden ab. Bevor sie ihren jetzigen Namen erhielten, bezeichnete man sie als "Setting Spaniels" oder "Sittings Dogs". Reiche Gutsherren jagten im Mittelalter leidenschaftlich gern Federwild und brauchten zu diesem Zweck noch den passenden Hund. Windhunde kamen hier nicht in Frage, da sie die Vögel nur verscheuchten. Stattdessen war eine feine Nase gefragt, die auch Wild aufstöbern konnte, das sich im Wald versteckt hielt. Das Rebhuhn war schon damals eine beliebte Beute. Es wurde mit einem Netz gefangen, das der Jäger über das Huhn und den vorstehenden bzw. vorliegenden Hund warf. Der Hund legte sich beim Vorstehen flach auf den Boden, um den Fall des Netzes nicht zu beeinträchtigen und keine Verletzung davonzutragen. Schon Aufzeichnungen aus dem Jahr 1485 berichten von einer äußerst erfolgreichen Ausbildung der Setting Spaniels.

Viele Jäger wandten sich an John Harris, einen namhaften Hundeausbilder, der sich gegen eine Gebühr von zehn Silberlingen eines Hundes annahm und so auch Setting Spaniels auf ihre eigentliche Aufgabe vorbereitete. Im Jahr 1555 ließ z. B. der Herzog von Northumberland seine Hunde mit großem Erfolg von Harris ausbilden. Im Laufe der Zeit entstanden jedoch innerhalb der Rasse mehrere Schläge, die sich durch ihre Farbgebung oder die Länge der Haare unterschieden. Dies rief im 19. Jahrhundert Edward Laverack, einen passionierten Züchter, auf den Plan. Ihm verdankt die Rasse so viel, daß der English Setter eigentlich Laverack-Setter heißen müßte. 20 Jahre seines Lebens verwandte Laverack darauf, überall in England nach den schönsten Exemplaren seiner geliebten Setter zu suchen! Aus einer sehr alten Linie erwarb er den Rüden Ponto und die Hündin Old Moll, führte die blutsverwandten Tiere zur Paarung und legte somit den Grundstein für den heutigen English Setter.

Schon bei den ersten Ausstellungen nach 1860 heimste Edward Laverack mit seinen Hund gleich reihenweise erste Preise ein. Als dann mit den Field Trials die Arbeitsprüfung in Mode kam, konnte der Setter wiederum zeigen, war er drauf hatte... Laveracks Setter waren bald über England Grenzen hinaus berühmt, und der Züchter verkaufte sie zu horrenden Preisen in die ganze Welt. Leider war es ihm nicht vergönnt, die Rasse noch weiter zu verbessern. Andere Hunde holten auf brachten Laveracks Spitzenposition in Gefahr. Erst später gelang es dann den beiden Züchtern Llewelyn und Humprey, den English Setter entscheidend weiterzuentwickeln.

Wesen, Haltung:
Bietet man ihm sehr viel Bewegung, ist er ein sehr freundlicher, anhänglicher Hund mit viel Familientauglichkeit. Der English Setter liebt Herrchen und Frauchen heiß und innig und möchte so oft wie möglich gestreichelt und geknuddelt werden. Befehle führt er unheimlich gern aus - natürlich nur, wenn er entsprechend erzogen wurde. Der English Setter braucht eine harmonische Atmosphäre, das stille Einverständnis mit seinem Menschen, Schreie und Schläge sind ihm zuwider. Wenn es klingelt, läuft er zwar rasch zur Haustür und bellt, doch als aggressiven Wachhund können Sie ihn vergessen! ER ist einfach zu gutmütig und von Natur aus überhaupt nicht mißtrauisch.

So richtig entfalten kann er sich nur draußen in der Natur: Wenn er die Nase in den Wind hält und nach Herzenslust seine Kreise zieht, dann geht es ihm gut! Natürlich hätte ein passionierter Jagdhund gern einen Jäger zum Herrchen. Seine Nase ist so fein, daß sie selbst über lange Strecken Witterung aufnehmen kann. Besonders geeignet ist der English Setter für Federwild, doch im Grunde können Sie ihn auf jede Art Beute ansetzen. Er stammt zwar vom Vogelhund ab, und die Rasse hat auch schon Wald- und Sumpfschnepfenjäger der Extraklasse hervorgebracht - doch in Wahrheit ist der English Setter ein Universaltalent, das außerdem noch auf jedem Gelände jagdtauglich ist! Ob Acker, Wiese oder Sumpfgebiet, dichtes Unterholz oder Heidelandschaft - dieser Hund macht überall eine gute Figur. Er läuft schnell und sehr weit, stöbert weiträumig und steht sicher vor: Zuverlässig und geduldig harrt er aus, bis sein Herrchen erscheint.

Das Vorurteil, der English Setter sei schwer auszubilden, hält sich hartnäckig - dabei trifft es in den meisten Fällen nicht zu. Solche Äußerungen können eigentlich nur von Leuten stammen, die ohne Kenntnis der Rasse ihrem neuen Hund "mal was beibringen" wollten. ein so feinsinniges Tier wie der English Setter spürt das und sträubt sich gegen eine solche Behandlung. Wie alle hochbegabten Hunde, so braucht auch dieser Vierbeiner einen Fachmann mit psychologischen Fähigkeiten, der ihm hilft, seine Qualitäten zu entfalten. Wer die Kosten für einen Profi scheut, wird vielleicht nie erfahren, was sein Hund alles zu bieten hat.

Mit Kindern versteht sich der English Setter ganz prächtig. Größeren ist er ein wunderbarer Spielgefährt, und er läßt sich bereitwillig streicheln. Vor allem die Hündin ist sehr sanftmütig und hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Aber vergessen Sie nicht - Ihre Kinder müssen den richtigen Umgang mit dem Hund gelernt haben.

Hin und wieder sieht man einen Setter durch die Stadt streifen - mit trüben Blick und stumpfem Fell. Er fühlt sich nicht wohl und spürt instinktiv, daß er hier nicht hingehört. Was er braucht, sind Wiesen, Wälder, Weite, Wind und ein freier Blick auf den Horizont ... Der English Setter kann nur zur Hochform auflaufen in einem Umfeld, das seinem Naturell entspricht. Sie dürfen ihn nie langen in einen geschlossenen Raum sperren. Er fängt sofort an zu scharren und möchte raus. Da Sie als Haus- und Gartenbesitzer bestimmt nicht den ganzen Tag für Ihren Hund Portier spielen möchten, lassen Sie doch eine Klappe in die Tür einsetzen. Ihr Garten sollte übrigens möglichst groß sein. Vorsicht, wenn Sie auf dem Land leben und die Natur gleich hinter Ihrem Zaun beginnt: Hier lauern verführerische Düfte, denen der Hund nur schwerlich widerstehen kann!

Ernährung, Pflege:
Ein 30 kg schwerer Setter braucht täglich 450 g Fleisch, 200 g Gemüse und 200 g weichgekochten Reis oder Nudeln, außerdem Vitamine. Während der Jagdsaison müssen Sie seine Mahlzeiten erweitern, vor allem Proteine sind jetzt wichtig. Hat der Hund aber wenig Bewegung, sollten sie besonders auf seine Linie achten, denn er neigt zu Übergewicht. Sie können auch Fertignahrung für ihn kaufen, ob Dosen- oder Trockenfutter, ist dem Hund egal. Ab und zu sollten Sie ihm jedoch trotzdem in Würfel geschnittenes Frischfleisch vorsetzen. Auch Käse ist durchaus zu empfehlen, enthält er doch wichtige Proteine, Calcium und Vitamin B.

Die Fellpflege beschränkt sich im Prinzip auf kräftiges Bürsten. Kommt Ihr Vierbeiner bei feuchtem Wetter von der Jagd heim oder kehrt vom Spaziergang zurück, lassen Sie ihn in der Garage oder in seiner Hütte "abtropfen", und bürsten Sie sein Fell danach gründlich durch. Achten Sie vor allem auf den unteren, stark befransten Bereich. Erst wenn er sauber ist, darf der Hund ins Haus.

Widerristhöhe:
Bei Rüden zwischen 65 und 68 cm, bei Hündinnen zwischen 61 und 65 cm.

Gewicht: Etwa 30 kg für beide Geschlechter.

Farbe:
Schwarz und weiß, orange und weiß, zitronenfarben und weiß, leberbraun und weiß; dreifarbig; Tüpfelung wird gegenüber großen Flecken bevorzugt.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 13 Jahre

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