Hunderassen Französischer Vorstehhund

Französischer Vorstehhund

Geschichte:
Der Französische Vorstehhund stammt von den Vorstehhunden des Mittelalters ab. Schon damals betrieb der Adel leidenschaftlich die Jagd auf Vögel. Dazu benutzte man Fangnetze, und man nahm Falken zu Hilfe sowie speziell ausgebildete Hunde. Die Hunde mußten so nah wie möglich bei den Rebhühnern und Wachteln vorstehen, um es dem Jäger zu ermöglichen, die Vögel zu fangen. Außerdem hatten die Hunde zur Aufgabe, dem Falken dabei zu helfen, größeres Geflügel, wie z. B. Reiher, zu bändigen.

Im 16. Jahrhundert wurde in Frankreich die Jagd mit Vorstehhunden ausschließlich Vorrecht des Hofes. Und Wilddiebe, selbst wenn es Adelige waren, wurden streng bestraft. Von nun an gehörten Vorstehhunde zu den vierbeinigen Lieblingen französischer Könige. Ludwig XIV. soll an seine Lieblinge jeden Tag leckere Kekse verfüttert haben die vom Hofbäcker eigens für die Hunde gebacken wurden.

Mitte des 19. Jahrhunderts sahen französische Vorstehhunde aufgrund ihrer schweren Form noch sehr wie Bracken, also Meute- oder Laufhunde aus. Doch ab nun wandelte sich das Bild. Die Ohren wurden kürzer und waren höher angesetzt, der Hals wurde länger, die Brust schmäler, aber tiefer, und der gesamte Hund wurde kleiner. Diese Veränderungen gingen aus Selektion, nicht aus Einkreuzungen hervor, weshalb man beim Französischen Vorstehhund durchaus von einer sehr alten Rasse sprechen kann. Sie wurde erst ab 1920 in zwei Varietäten getrennt, die aber im Großen und Ganzen gleiche Proportionen aufweisen und sich nur in wenigen Punkten unterscheiden, so etwa in Größe: Der Pyrenäen-Typus ist leichter, kleiner, schneller als der Gascogne-Typus und eher mit den englischen Settern und Pointern zu vergleichen. Leider wurde die Rasse trotz der Anstrengungen der französischen Züchtern nicht populärer. Heute ist sie auch in ihrem Heimatland von den europäischen Vettern, dem Weimaraner und vor allem von deutschen Vorstehhunden verdrängt worden. Der (alte) Französische Vorstehhund gilt übrigens als Ausgangsform für alle französischen Vorstehhunde.

Der Französische Vorstehhund wurde in Frankreich lange "Braque Charles X." genannt, denn König Karl hatte eine besondere Vorliebe für diesen Hund. Erst im Jahre 1909, als ein erster Standard für die Rasse erstellt wurde, verlor sie ihre königliche Bezeichnung und wurde in "Französischer Vorstehhund" umbenannt.

Wesen, Haltung:
Der Französische Vorstehhund ist als Jagd- und gleichzeitig als Gesellschaftshund sehr vielseitig. Seinem Herrn folgt er willig auf die Jagd, mit den Kindern spielt er liebevoll und geduldig, und selbst der reinste Mensch wird mit ihm keine Probleme haben. Man muß ihn nicht ständig von der Couch jagen, oder ihm mit einem Wischtuch hinterher sein. Denn dieser Hund ist brav, sehr sauber und respektvoll gegenüber allem, was seinem Herrchen oder Frauchen gehört.

Dieser schöne, athletisch gebaute Hund mit den klaren Linien und dem weißen Fell mit den braunen Sprenkeln hat von Natur aus einen hervorragenden Jagdinstinkt und muß nicht erst besonders aufwendig ausgebildet werden. Sein Herrchen sollte mit ihm freundlich und kumpelhaft umgehen, viel eher als eine autoritäre Person, die ihn mit allen Mitteln beherrschen will und ihm ständig vorgibt, was genau er zu tun und zu lassen hat. Natürlich braucht auch der Französische Vorstehhund eine gute Grunderziehung. Er muß lernen, ohne Leine bei Fuß zu gehen und zu kommen, wenn man ihn ruft; doch bei der Jagd muß man ihn die Freiheit lassen, seinen Instinkt voll zu entwickeln und auszuleben. Wenn er dann erfolgreich war, soll er auch ausgiebig belohnt werden.

Eine seiner besten Eigenschaften bei der Jagd ist seine Ausdauer. Er schafft es, einen ganzen Tag lang, im flotten Tempo zu laufen, praktisch ohne müde zu werden. Der Vorstehhund ist heute dank sorgfältiger Selektion schneller als die früheren Jagdhunde dieser Art, aber seine enorme Widerstandsfähigkeit hat er behalten. Er läuft in sehr regelmäßigen Tempo und ohne Ermüdungserscheinungen, und er kann sich seine Kräfte sehr gut einteilen, so daß er bei der Arbeit sehr effizient ist. Das alles ist auch nicht weiter verwunderlich, denn dieser sportliche Hund wird schon seit Jahrhunderten bei der Jagd eingesetzt, und zwar bei größter Hitze, auf bergigem, steinigem und unwegsamem Gelände, das er gründlichst durchkämmen muß.

Der weiche und sehr ökonomische Galopp des Französischen Vorstehhundes wird oft durch einige Längen Trab unterbrochen: Dieser Hund zählt nämlich zu den Trab-Galoppern. Außerdem hat er eine feine Nase, und er zögert nicht, immer wieder zum gleichen Ort zurückzukehren, wenn er gerochen hat, daß die gefiederte Beute nicht weit sein kann, und die Gefahr besteht, daß er sie aufschreckt und sie davonfliegt. Er hat den Ruf bei den Jägern, besonders sicher und standhaft vorzustehen. Auch verletzte Vögel kann er verfolgen und aufstöbern, und er apportiert sie willig und mit Freud. Und schließlich ist er in der Lage, sich an die unterschiedlichsten klimatischen und räumlichen Bedingungen anzupassen. Er ist ein idealer Begleiter für solche Jäger, die nur einen Hund haben wollen.

Nach der Jagdsaison darf man ihn auf keinen Fall ein einen Zwinger stecken und sich selbst überlassen. Schließlich ist er auch ein guter Begleithund, m den man sich kümmern muß, der Ansprache und Auslauf braucht. Er liebt lange Spaziergänge, und wenn er sich regelmäßig so richtig verausgaben kann, dann bleibt er auch fit für die nächste Jagdsaison. Der Französische Vorstehhund ist nicht für das Stadtleben geschaffen. Jahrhundertelang lebte er in Frankreich als Jagdhund auf dem Lande, und seine Liebe zur Natur steckt so tief in ihm drin, daß er in der Stadt nie glücklich werden würde. Er ist ein richtiges Muskelpaket, und beim geringsten Anzeichen von Wildgeruch wird er schon zittrig vor Ungeduld - mit einem Spaziergang im Park wird man ihm also keinesfalls gerecht; er braucht kilometerlange Strecken, auf denen er sich verausgaben kann. Für diesen Hund braucht man außerdem einen Garten, der so groß wie nur irgend möglich sein sollte, und wenn man nicht gerade mit ihm zur Jagd geht, braucht er enorm viel und regelmäßigen Auslauf.

Der Französische Vorstehhund nimmt an Field-Trials teil; da sind Wettbewerbe, die dazu dienen, die Rassen der Vorstehhunde zu verbessern. Die Hunde müssen einzeln oder als Paar ein bestimmtes Gelände durchstöbern, und wenn sie auf Federvieh treffen, müssen sie vorstehen. Zwar hat der Französische Vorstehhund bei diesen Wettbewerben schon exzellente Ergebnisse erzielt, doch er steht weiterhin im Schatten des Bretonischen und des Deutschen Vorstehhundes, die immer wieder unumstrittene Sieger in dieser Disziplin sind.

Ernährung, Pflege:
Dieser Hund hat einen äußerst gesunden Appetit. Ein 30 kg schwerer Vertreter dieser Rasse braucht 450 g Fleisch, und jeweils 220 g Gemüse und Reis täglich. Dazu sollten Vitamine und Mineralien nicht fehlen. Aber auch Fertignahrung nimmt er anstandslos an. Seine Tagesration sollte man auf zwei täglich verteilen.

So ein kurzhaariger Hund braucht wahrlich nicht sehr viel Fellpflege. Trotzdem schadet es nicht, ab und zu mit einer Bürste über seinen Körper zu kämmen, um seine Haut zu massieren und tote Haare zu entfernen. Allerdings sollte man regelmäßig seine Ohren, Augen, Zähne und Sohlenballen nach ihrem Zustand überprüfen.

Widerristhöhe:
Großer Vorstehhund:
Zwischen 57 und 68 cm für beide Geschlechter..
Kleiner Vorstehhund: Zwischen 50 bis 60 cm für beide Geschlechter.

Gewicht:
Großer Vorstehhund: Zwischen 25 und 32 kg für beide Geschlechter.
Kleiner Vorstehhund: Zwischen 17 bis 25 kg für beide Geschlechter.

Farbe:
Kastanienbraun; kastanienbraun und weiß; kastanienbraun stark weiß getüpfelt; kastanienbraun mit lohfarbenen Abzeichen über den Augen sowie an Lefzen und Gliedmaßen.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 Jahre

Andere Namen:
Braque Francais de Grande Taille, Large French Pointer
Braque Francais de Petit Taille, Small French Pointer.

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