Hunderassen Australischer Treibhund

Australischer Treibhund

Geschichte:
Dieser Hund wurde für die extremen Arbeitsbedingungen in Australien gezüchtet. Damit begann man in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Kreuzungen mit dem Dingo und dem halbwilden australischen Hund mit roten Fell. Der einheimische Dingo trieb die Herden durch Beißen oder kurzes Zupacken bei Ausbrechern und bewährte sich bei Hitze sehr gut, war aber insgesamt zu aggressiv und wild, um richtig erzogen zu werden. Es fehlte also immer noch ein robuster, schneller, ausdauernder und gut zu erziehender Hund. Um 1830 kreuzte man eine von den Aborigines gezähmte Dingohündin mit dem Rüden einer englischen Rasse, dem hart beißenden und laut bellenden Metzgerhund von Smithfield. Die Welpen besaßen alle rotes Fell und eine kurze Rute. Später arbeiteten auch sie bei hohen Temperaturen gut und die Rinder gehorchten ihnen sofort.

Rund 10 Jahre später brachte Thomas Hall, ein Großgrundbesitzer aus Neuwales im Südosten Australiens ein Colliepaar mit glattem und bluemerlefarbenem Fell aus Schottland mit und führte weitere Kreuzungen durch. Es entstand eine leistungsfähigere Rasse, und die roten und blauen Nachzuchten, Hall´s Heelers genannt, waren zähe, stumme Treiberhunde mit Stehohren. Da die importierten Hütehunde aus den nördlichen Ländern der Hitze nicht standhielten und die oft zu wilden Rinder auf den viel zu langen Wegen zum Markt nicht unter Kontrolle halten konnten, kreuzte man zur Perfektion dieser Rasse noch den Red Bobtail, den Australischen Kelpie, den Old English Sheepdog (Bobtail) und wahrscheinlich einen Dalmatiner in die Linie ein. Seit 1893 wird der Australische Treibhund nur noch reinrassig weitergezüchtet und im Jahr 1897 arbeiteten die Züchter einen Rassestandard aus. Im Jahr 1903 erkannte der Kennel Club von Südneuwales die Rasse offiziell an. Dieser Standard behielt bis zum Januar 1963 seine Gültigkeit und wurde dann vom "Australian National Kennel Council" neu festgesetzt. Seit dieser Zeit lautet der offizielle Rassename "Australian Catlle Dog", oder "Australischer Treibhund". Im Jahr 1979 brachte man ihn nach Großbritannien und fand schnell viele Freunde. In Amerika erfreut er sich ebenfalls großer Beliebtheit.

Wesen, Haltung:
Die Rüden besitzen in der Regel einen dominanten Charakter. Sie suchen zwar keine Streitereien, aber einmal angegriffen, verteidigen sie sich mit allen Mitteln. Einen Kampf zu verlieren, sich geschlagen geben ist für den Australischen Treibhund inakzeptabel. Er hängt sehr an seinem Herrchen oder Frauchen, liebt die gesamte Familie und ist ungern von ihnen getrennt. Er ist niemals auf den Ehepartner oder die Kinder eifersüchtig. Zum schlafen braucht er kein weiches Bett, eine kleine Matte in der Küche oder eine Hütte draußen im Hof reichen ihm völlig aus. Das Haus ist bei ihm sicher. Jeder Fremde, der ungebeten ins Haus kommt, lebt gefährlich. Denn der Australische Treibhund begnügt sich auch mit den Waden eines Menschen, wenn er keine Rinder zum Treiben hat. Aber er zwickt nur in die Waden, weil er die Aggressivität eines Schutzhundes nicht hat.

Das Verhältnis zu Kindern ist im allgemeinen sehr gut. Besonders die Hündinnen bewachen die Sprößlinge mit großer Hingabe. Wenn die Kleinen baden, rührt sich der Hund nicht von der Stelle und bellt unaufhörlich, denn er hat Angst, eines der Kinder könnte ertrinken. Balancieren die Kinder z. B. über ein Geländer, ist der Hund durchaus im Stande, sie am Hosenbein zu ziehen, um sie zum Heruntersteigen zu bewegen, oder er beeilt sich, die Eltern zu warnen.

Er ist an ein hartes Hofleben gewöhnt und möchte in keiner Stadtwohnung gehalten werden. Er liebt Aufgaben und muss sich verausgaben können in dem er irgendetwas - am liebsten Viehherden - bewachen kann. Die Sommerhitze macht ihm nichts aus, denn er ist ständig hellwach und überall gleichzeitig auf dem Hof zu finden. Sein Glück liegt in der Bewachung von Viehherden. Hat er kein Vieh zu hüten, so bewacht er mit seiner erstaunlichen Ausdauer das gesamte Gelände und läuft unermüdlich von einem Ende zum anderen. Die Ankunft eines Fremden spürt er schon, bevor er ihn überhaupt gesehen hat. Dann läuft der Hund bis zum Zaun und stößt dabei sein berühmtes Bellen aus. Da diese Rasse noch relativ selten ist, ist der Anschaffungspreis sehr hoch. Seine Unterhaltskosten sind mäßig.

Übrigens: Ein Australischer Treibhund aus Queensland gilt als der Hund mit dem höchsten Lebensalter: 29 Jahre und 5 Monate. Der Hund Bluey soll seinem Herrn beim Herdenhüten beinahe zwanzig Jahre lang gedient haben.

Ernährung, Pflege:
Der Australische Treibhund braucht zweimal täglich rohes Fleisch, Gemüse, gekosten Reis und in Fleischbrühe eingeweichte Hundekuchen. Die Rationen sollten sich aus einer Hälfte Fleisch und aus einer Hälfte Gemüse und Reis zusammensetzen. Ab und zu sind Kekse und Leckerbissen erlaubt, da er nicht zum Fettwerden neigt.

Sein Fell muss regelmäßig gebürstet werden. Wenn es einmal sehr schmutzig ist, kann der Hund auch ruhig gebadet werden. Aber das muss eine Ausnahme bleiben.

Widerristhöhe:
Rüden etwa zwischen 46 und 51 cm, Hündinnen zwischen 43 und 48 cm.

Gewicht: 18 bis 22 kg.

Farbe: Blau, blau mit schwarzen oder braunen Flecken, rot mit schwarz geschecktem Kopf. Sein Fell ist dicht, wobei jedes einzelne Haar gerade und hart ist und flach anliegt; daher ist das Haarkleid auch wasserdicht.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 15 bis 16 Jahre.

Andere Namen: Australian Queensland Heeler, Blue Heeler

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