Hunderassen Ariegeois

Ariegeois

Gewicht:
In Frankreich wurde der Ariégeois lange Zeit als "Halbblut" bezeichnet. Möglicherweise erklärt diese Abschätzung seine geringe Verbreitung. Französische Kynologen nehmen an, daß dieser Laufhund der erfolgreichen Verbindung von Grand Gascon Saintongeois, Bleu de Gascogne und verschiedenen Briquets entstammt. Der Ariégeois ist der kleinste und eleganteste unter den gefleckten Laufhundrassen Südfrankreichs. Er wirkt edel, hat aber weniger Kraft als der Grand Blue de Gascogne oder der Grand Gascon Saintongois.

Anfang des 20 Jahrhunderts war der Ariégeois fast ausgestorben, doch glücklicherweise fanden sich einige Anhänger, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Rasse zu erhalten. Sie organisierten sich im "Club Gaston Phoebus", benannt nach dem berühmten mittelalterlichen Grafen, der sich sehr um Hunde und ihre Geschichte verdient gemacht hatte. Und der Ariégeois oder "Chien d´Ariége" wurde tatsächlich gerettet.

Leider beanstanden mittlerweile Kynologen Mängel im Knochenbau, viele von ihnen befürworten eine Stärkung der Rasse durch Einkreuzung von Harrier oder Anglo-Francais de Petite Vénerie. Doch der Ariégeois gilt nach wie vor als Spezialist für die Hasenjagd in trockenem, hügeligem und felsigem Gelände, und man schätzt an ihm vor allem seine Schnelligkeit und Zuverlässigkeit, die er sich seit über hundert Jahren - nahezu - unverändert erhalten hatte.

Wesen, Haltung:
Leider ist der Ariégeois einfach nicht zum Begleithund geschaffen, obwohl er sich Menschen gegenüber zutraulich und ruhig verhält. Mit Leib und Seele ist er ein Jäger, der sich ein Leben in der Meute wünscht. Er lernt gern und ist daher sehr leicht auszubilden. Das französische Zuchtbuch verzeichnet jährlich über 400 Neueinträge dieser Rasse.

Der ideale Hund für die Hasentreibjag ist ca. 55 cm groß - und dennoch schlägt der flinke, geschmeidige Ariégeois mit seinen annähernd 60 cm die gesamte Konkurrenz aus dem Feld. Im Jahr 1980 wurde eine Meute aus Seint-Girons französischer Meister bei der Pirsch auf den Hasen. Gute 1 1/2 Stunden zeigten die Hunde eine wahre Glanzleistung, die sämtliche Wertungsrichter nachhaltig beeindruckte. Aber der Ariégeois ist vielseitig. Er eignet sich nämlich auch für die Jagd auf Reh und Wildschwein, sollte jedoch keinesfalls auf Kaninchen angesetzt werden. Er arbeitet im Prinzip auf jedem Gelände, ist jedoch nur in trockenen Gebieten zu Höchstleistungen fähig.

Zu Kindern hat der Ariégeois keinerlei Kontakt, weil er im Zwinger mit anderen Hunden lebt. Doch wenn das Kind an der Pflege und Versorgung der Hunde beteiligt ist, werden auch die Hunde zutraulich und verspielt sein.

Monsieur Légeron, ein namhafter französischer Parforcejäger empfahl, Hunden, denen die Fährte abhanden gekommen ist, nicht zu schnell auf den richtigen Weg zu verhelfen. Seinen Schülern legte er ans Herz, sich in einem solchen Falle gut zu verstecken, damit die orientierungslosen Vierbeiner nicht gleich hilfesuchend angelaufen kämen. Wer seine Meute sofort wieder auf die richtige Fährte schicke, der fördere ihren natürlichen Hang zur Bequemlichkeit, was zu einem Verlust von Intelligenz und Beharrlichkeit führe, Qualitäten, die ein Laufhund der Extraklasse unbedingt vorweisen muß... .

Jedes Mitglied einer Hundemeute hat seine feste Aufgabe, die im Idealfall auf individuelle Fähigkeiten zugeschnitten ist. So braucht man einen Hund, der nächtlichen Wildwechsel aufnehmen kann; ein zweiter merkt sofort, wenn eine Fährte in die Irre führt, und schleicht sich lautlos an; der dritte spürt verlorene Fährten schnell wieder auf und führt die Meute zurück auf den richtigen Weg; ein Stöberhund kommt in dicht überwuchertem Gelände zum Einsatz, ein Laufhund dagegen auf regulären Wegen und trockenem Boden. Ein weiterer Laufhund bildet die Nachhut; ihm kommt die schwierige Aufgabe zu, seine Arbeitskollegen zusammenzuhalten und ihre Arbeit zu koordinieren.

Alle Laufhunde, auch der Ariégeois, sollten ihrer jagdlichen Berufung treu bleiben können und nicht bloß zum puren Vergnügen gehalten werden. Der Ariégeois wünscht sich einen geschützten, gut gepflegten Zwinger für sich und die Meute, in der er lebt. Auch außerhalb der Jagdsaison sollte sich der Hund genügend bewegen dürfen. Am besten wäre ein großes eingezäuntes Gelände. Aber den Hunden sollte keine Katze über den Weg laufen können, denn für die Samtpfoten hat der Ariégeois nicht viel übrig und macht mit der Katze einen kurzen Prozeß. Dafür verträgt er sich um so besser mit seinen Artgenossen und möchte deren Gesellschaft um keinen Preis missen.

Ernährung, Pflege:
Der Ariégeois braucht täglich etwa 450 g Fleisch oder Innereien (Leber, Milz, Herz, Magen...), 220 g Gemüse und 220 g Reis oder Nudeln. Milch enthält wertvolle Vitamine und Mineralien für Welpen und stillende Hündinnen, darf jedoch nicht in großen Mengen aufgenommen werden, sonst droht Durchfall! Tierische und pflanzliche Fette sind hochwillkommene Kalorienbomben, ohne die ein Ariégeois die kräftezehrende Jagdsaison gar nicht überstehen könnte.

Das eng anliegende Fell braucht zwar keine aufwendige Pflege, sollte aber regelmäßig auf Parasiten untersucht werden. Außerdem braucht auch dieser Hund die jährliche Impfung und Entwurmung.

Widerristhöhe: Für Rüden 58 bis 61 cm, für Hündinnen 56 bis 60 cm.

Gewicht: ca. 30 kg.

Farbe:
Weiß mit wenig Schwarz und blaß-lohfarbenen Flecken auf den Wangen und über den Augen.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 8 bis 10 Jahre.

Andere Namen: Tazi

zurück zur Übersicht der Lauf- und Meutehunde